Das Maß aller Dinge

Wo steuern wir hin, wie wollen wir leben? Wie gestalten wir unsere Zukunft und die unserer Kinder, der nachfolgenden Generationen?

Die aktuelle Hitzewelle lädt zum Experimentieren ein: Sie kennen „moderne“ Schotterflächen? Sogenannte Gärten? Gerne aus dunkelgrauem Basaltsteinen? Stellen Sie dort doch mal ein Thermometer auf. Messen Sie die Temperatur parallel auf einem Rasen und im Schatten eines Baumes. Unter sonnigen Markisen, wo sich die Hitze staut und in Parks, Schulhöfen und Spielplätzen.

In den Städten verdichtet sich die Bebauung. Neue Gewerbeflächen und Wohnungsbau statt Brachen, Kleingärten und Parks. Moderne Pflastermuster auf Plätzen, statt Beeten oder Bäumen. Schotterflächen statt Grünflächen um laufende Pflegekosten zu sparen und Verkehrssicherungspflichten zu umgehen.

CO2… Klimawandel… lauter Schlagwörter. In aller Munde. Nur… gehandelt wird danach nicht im allergeringsten. Oder haben sie in aktuellen Stadtplanungen vermehrt CO2 speichernde Bäume gesehen? Oder eine Nachpflanzung bei notwendiger Fällung an den Straßen? Nicht einmal das wird praktiziert. Und das, obwohl der Zusatznutzen für die Stadtbewohner eindeutig nachgewiesen ist! Das Mikroklima der Stadt ändert sich mit jedem gefällten Baum. In Hitzephasen wie jetzt spüren das die Schwächsten der Gesellschaft: Die Älteren, die Kinder und die Kranken. Für diese Personen ist das Mikroklima schnell das Maß aller Dinge, bevor der Kreislauf versagt.

In Zeiten florierender Wirtschaft können wir uns Bäume „nicht mehr leisten“. Kosten durch Pflegemaßnahmen und Kontrollen, Verkehrssicherheitspflichten… das alles scheint wichtiger zu sein als das Klima – ob globales oder Mikroklima. So wünschenswert, wichtig und richtig der Verzicht auf Plastikbecher (aktuell in der Diskussion) auch ist… so etwas kostet die Städte und Kommunen kein Geld. Fragen Sie doch mal Ihre Stadtvertreter, wie es mit dem Pflanzen von Bäumen im städtischen Bereich aussieht. Ob man da nicht für das Klima UND die Bevölkerung etwas tun könnte! Und da reicht nicht der Hinweis auf einen Schulwald als Ausgleich als Antwort.

Und wenn Sie selber ein Grundstück Ihr Eigen nennen… gehen Sie mit gutem Beispiel voran!

Baumvielfalt statt Steinmonotonie sei unser Motto!

 

Negativ-Beispiel: „Pflegeleicht“ sind solche Gärten nicht! Rumschnibbeln mit den Knien in den Steinen. Pflanzenschutzmittel auf gepflasterten Flächen spritzen – nicht erlaubt. Flämmen bei Plastik unter den Steinen?! Und wie sieht das aus, wenn die Pflegearbeiten unterbleiben? Und wer will das als Käufer solcher „Gärten“ im Nachgang entsorgen? Wo spielen da noch Kinder? Aber immerhin… ein Rüde kann noch markieren. Was man auch immer hübsch sehen wird…

Im Wald… geht derzeit jede Menge gespeichertes CO2 verloren. Brände, Trockenheit und Schädlingsbefall. Letzteres in massivem Umfang, weil „der gesunde Mischwald“ trotz aller Erkenntnisse sogar in den jetzigen Aufforstungen die Ausnahme und nicht die Regel ist. Auch Douglasien- Kulturen können Käfern zum Opfer fallen…

 

 

Werbeanzeigen
Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Warum wir keine Vogelpflegestation haben…

Der NABU Dassel-Einbeck hat keine Vogelpflegestation. Warum nicht?!

  1. Der Vorstand des NABU Dassel-Einbeck ist berufstätig bzw. im Studium in Hannover. Es gehört sich nicht Vögel abzuholen und sich dann zu wundern, dass die abends nach der Arbeit verhungert sind.
  2. Die ISDN Technik der Telekom ist rückgebaut worden. Das Telefon des NABU Dasse-Einbeck verfügt nur noch über einen Anrufbeantworter, dessen Nachricht in E-Mail umgewandelt mit teilweise bis zu 18 Stunden Verspätung bei uns landet.Das überlebt kein Vogel unversorgt. E-mail können über einen Router auf dem Dachboden der Geschäftsstelle erfolgreich abgerufen werden. Da wir in der Geschäftsstelle keinen Handyempfang haben, ist eine Weiterleitung des Anrufs direkt auf Handy nicht möglich. Willkommen im Technikland Deutschland! Wir sind ein sogenannter Weißer Sprenkel und werden somit auch beim geplanten Breitbandausbau nicht berücksichtigt!
  3. Falls Sie einen Vogel gefunden haben, belesen Sie sich bitte hier: Vogelnotfälle
  4. Wenn Sie bereit sind Ihren Findling nach Göttingen zu bringen, so können Sie beim NABU Göttingen anrufen und nachfragen: 0551 68637 oder mobil, eventuell nicht vor Ort: 0172 563 1287 (Uwe Zinke)

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

fridays for future, students for future…

…und wir sind auch dabei. Unsere 2. Vorsitzende Magdalena Schumacher ist in diesem Themenbereich aktiv – wenn auch nicht vor Ort, sondern in Hannover, wohin sie studienbedingt verzogen ist. Wir wünschen viel Erfolg!!!

Lena links neben der Fahnenträgerin

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Büsche, Bäume, Hecken…

Das Totschlagargument Verkehrssicherheit greift eigentlich immer, wenn ein Baum gefällt wird. Zur Vogelbrutzeit oder außerhalb. Was mich allein in der letzten Schnittsaison entsetzte Anrufe von Bürgern aus Einbeck und Dassel erreicht haben… der NABU müsste da mal dringend eingreifen. Uns fehlt leider auch die Handhabe diesem Zeitgeist Einhalt zu gebieten. Fassungslos sehen wir im Solling wie die Käfer nach den vorangegangenen Stürmen und dem extremen letzten Sommer ganze Waldabschnitte vernichten. „Und wenn morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen“ – dieser Satz wird Martin Luther zugeschrieben. Der Inhalt wird heute offensichtlich nicht mehr verstanden. Denn anstatt der kommenden Generation eine Perspektive zu bieten, verschwinden auch in den Dörfern, Städten und Gärten Baum um Baum.

Hier stand einmal ein Straßenbaum

Vielleicht ein Wort vorneweg warum kommunale Bäume wie auch Grün in den Anlagen von Wohnungsbaugesellschaften und unseren Gärten wichtig sind:

Zu allererst redet ganz Deutschland vom Klimaschutz und klimaschädlichem CO2. Dass in jedem Baum und jedem Strauch gebundenes CO2 steckt, scheint man dabei vergessen zu haben. Davon ab verbessert jeder Baum das Mikroklima – also gerade wenn die Sommer immer heißer werden, ein nicht zu vernachlässigender Vorteil für die, die kreislaulabil sind oder werden. Das sind z.B. ältere Personen. Aggressiver Feinstaub wird im Blattwerk gebunden. Und natürlich spenden Bäume auch Schatten. Ob Grillplatz oder wie ebenfalls gemeldet Spielplatz… wenn Sie im Gesundheitssystem arbeiten, dann gehören zu den Kunden auch diejenigen, die mit Vorstufen oder/und Verdachtsfällen von Hautkrebs gerade im Kopfbereich, auf den sogenannten Plateaus (Nase, oben auf den Ohren und bei Herren mit lichtem Haar gerne auch mal obenauf) bereits zu tun haben. Die auslösende Sonnenexposition liegt oft viele Jahre zurück. Wenn wir an unsere Kinder denken, dann kann man angesichts von immer stärker werdender Sonnenstrahlung und zunehmenden Risiken nur hoffen, dass IMMER eine Mütze mit LSF getragen wird, die über die Ohren geht. Mit Verlaub… das ist fern jeder Realität. Während also die Risiken für die nächste Generation gravierend steigen, fällen wir an Aufenthaltsplätzen Bäume als gäbe es kein Morgen. Dazu schottern wir die Gärten, damit die Kinder da ja aber auch ganz sicher nicht toben und spielen können. Damit in diesen “Gärten“ garantiert kein Laub zum liegen kommt, setzen wir die Nachbarschaft unter Druck, die noch Bäume ihr eigen nennt. Die Kinder sollten bei solchen Gärten und Spielplätzen von 13-15 Uhr drinnen spielen wegen der Sonnenexposition. Weh dem, der da auf der Etage wohnt. Wo sollen sich Kinder austoben, wo ein gesundes Heranwachsen erleben können? Wie wir mit der kommenden Generation umgehen, entsetzt mich immer wieder.

Das waren jetzt alles Auswirkungen auf UNS Menschen. Welche Auswirkungen dieser Irrsinn auf die Natur hat… ja wieviele Anrufe erreichen mich dazu erst. Zum „Insektensterben“. Oder: „Die Vögel sind weg“

Das kann ja nicht wirklich überraschen. Das gleicht man auch nicht mit einer ganzjährigen Vogelfütterung aus. Auch nicht damit, dass man Nistkästen aufhängt. 10 mal habe ich in diesem Frühjahr für Kinder und Jugendliche den Vortrag „Nester und Nistkästen“ gehalten. Diese Kinder wissen, dass es vollkommen unsinnig ist Nistkästen aufzuhängen, wenn der Lebensraum zerstört ist. Sie wissen, dass wir „Büsche, Bäume und Hecken“ brauchen. Für Vögel und die Insekten und wie beschrieben auch für uns.

Natürlich machen Bäume Arbeit. Arbeit kostet die Kommunen, Wohnungsgesellschaften und den Privatmann Geld. Folgen fehlenden Grüns könnte aber auch sein: Verlust von Einwohnern oder Mietern mangels Lebensqualität. Oder ein Werteverlust der Immobilie. Wie mir berichtet wurde, unterliegt so manchem Schottergarten inzwischen sogar Beton. Wer lang genug auf der Welt ist, der weiß Modeerscheinungen kommen und gehen, auch in den Gärten. Spätestens wenn sich die ersten Gärten dieser Machart verkrautet mit Algen und Moosen garniert zeigen, wird man erkennen wie pflegeintensiv diese Schotterhaufen sind. Als Käufer solcher Steingärten würde ich an die enormen Kosten denken, die in der Entsorgung anfallen werden. Folien zerfallen nach Jahrzehnten zu Mikroplastik auch im dann verseuchten Erdreich. Die Aussicht mühsam Steine rauszuholen, wo jahrelang gespritzt wurde, wäre für mich ein Kriterium die Immobilie gar nicht erst anzusehen.

 

Was es braucht sind nicht nur Städte und Kommunen, die den Wert des öffentlichen Grüns begreifen und bewahren bzw. durch Neuanpflanzungen bei notwendiger Fällung wieder ergänzen, sondern es sind die Bürger selbst, die verstehen müssen, dass alle mit anpacken müssen, wenn Natur aus den genannten Argumenten bewahrt werden soll. Es braucht also nicht nur eine neu angelegte Streuobstwiese oder einen gespendeten Baum – sondern auch helfende Hände, die sich in Folge mit darum kümmern. Damit es nicht immer nur die Gleichen sind, die sich in Ortschaften und Stadtteilen bemühen Grünflächen instand zu halten (und das meint übrigens nicht sie so akurat zu mähen, dass nicht einmal ein Gänseblümchen einem Insekt Nahrung bieten könnte). Ich verstehe, dass einen zwischendrin die Mutlosigkeit erfassen kann. Dann hilft es andere vor Ort anzusprechen, sich zusammen zu tun, Überzeugungsarbeit zu leisten. Gemeinsam etwas bewegen… ist nicht NUR Arbeit. Sondern auch etwas zutiefst Befriedigendes. Haben Sie Mut! Setzen Sie sich für die Sie umgebende Natur ein.

Sabine Zwolinski

 

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Steingärten – Ökologische Krise und verdiente gärtnerische Freiheit?

Die momentane Debatte

Bisher habe ich nur in (Gemüse)Gärten mitgeholfen und keinen selbst aufgebaut. Ich lerne. Meiner bescheidenen Erfahrung nach allerdings kommt Unkraut ü b e r a l l hin. Und ich finde es jedes mal wieder erstaunlich wie lächerlich lange Wurzeln Gras bilden kann, ob nun in Erde, um Steine herum oder durch Holzplatten. Dass der Wind seinen Weg überall hin findet und Gräser mitbringt, können wohl alle Allergiker bestätigen. Der Wind verbreitet allerdings nicht nur auf natürliche Weise Samen, sondern auch allerlei andere leichte Sachen. Zum Beispiel Laubblätter im Herbst, die zwischen den Steinen entfernt werden müssen, oder im schlimmsten Fall auch diese schrecklichen Zigarettenstummel, die nicht in Mülleimer geschmissen werden. Die beste Methode, die ich bisher kenne, um Unkraut einzudämmen, ist Stroh aus dem Entenstall. Aber wer will schon einen Entenstrohgarten?

Ich will einen Blumen-, Gemüse- und Obstgarten. Ich finde sie praktisch und schön. Bunt. Und sollte es in meinem Leben zu einer Sauerstoff- und Versorgungskrise nebst Hitzewellen kommen, setze ich mich unter meine große Tanne neben dem Kartoffelhochbeet. Ich weiß aber auch, dass man nach zwei Stunden Unkraut zupfen einfach keine Lust mehr hat. Ich kann gut nachvollziehen, warum Gärtner nach einfacheren Möglichkeiten wie den heiß und emotional diskutierten Steingarten suchen. Einzelne und wohlplatzierte Steine finde ich übrigens auch schön.

Ich möchte hier nicht die ganzen ökologischen Nachteile wie Pestizide und Bienensterben einer “Steinwüste” aufzählen. Darüber gibt es andere ganz wunderbare Artikel, unter anderem vom NABU. Allerdings geht mit den Steingärten ein Problem einher, was meiner Meinung nach in solchen Artikeln eher am Rand gestreift wurde und auf das ich gerne näher eingehen möchte.

Versiegelung unseres Bodens in Zahlen

Überall wo der Mensch lebt und unterwegs ist, wird Boden versiegelt. Häuser, Straßen, Parkplätze, Wege durch einen Park, Flughäfen, Müllhalden etc.. In Städten noch mehr als auf dem Land. Allerdings versiegeln nicht nur Betonflächen den Boden, sondern auch die Folien zur Unkrautvermeidung unter den Steinengärten.

Ich habe Zahlen nach dem Statistischem Bundesamt von 2017 gefunden. Davon möchte ich gerne ein paar Zahlen vorstellen:

Deutschlands Bodenfläche 357 582 km² 100 %
Siedlung

» Wohnfläche

» Sport-, Freizeit-, Erholungsfläche

» Grünanlagen

» Friedhof

und andere

32 986 km² 9,2 %

» 13 724 km²

» 5 007 km²

» 2 986 km²

» 389 km²

Verkehr (Straßen-, Bahn-, Flug-, Schiffverkehr, Wege, Plätze) 18 046 km² 5 %
Vegetation

» Landwirtschaft

» Wald

und andere

298 334 km² 83,4 %

» 182 178 km²

» 106 380 km²

Was mir sofort aufgefallen ist, dass wir mehr Fläche für Verkehr nutzen als zum Wohnen. Mir kommt das spontan unlogisch vor. Und dass die Landwirtschaft ca. zwei Drittel unserer Vegetation beansprucht, ist auch bemerkenswert.

Deutsche und ihre Gärten

Ich habe gehört, dass die Fläche der Gärten in Deutschland größer sein soll als die unserer Naturschutzgebiete. Laut dem Bundesamt für Naturschutz umfassten 2016 alle Naturschutzgebiete eine Fläche von ca. 14 028 km². Ist es nicht schön zu wissen, dass es doch noch so viele Menschen Gärten haben? Eigentlich scheint es auch so, dass wir Deutschen Gärten mögen. Schrebergärten erlauben uns aus dem Grau der Stadt in unsere grüne Zuflucht auszubrechen. Nach dem Program “W wie Wissen” des Ersten gab es 2015 17 Millionen Gärten, davon eine Million Schrebergärten (die höchstwahrscheinlich nicht in Steinwüsten verwandelt werden, das wäre paradox). Diese Schrebergärten umfassten eine Fläche von etwa 66 000 Fußballfeldern. Meiner Rechnung nach sind das ca. 471, 24 km².

Warum also Steingärten? Weil wir keine Zeit durch unser stressiges Leben haben? Weil der Mensch die Natur kontrollieren möchte? Warum zieht man nicht in die Stadt, wenn man keinen Garten möchte, und überlässt die Grundstücke auf den Dörfern Leuten, die sich richtig austoben wollen? Allerdings wollen immer mehr Menschen in der Stadt leben, nicht zuletzte wegen der Arbeit oder dem Studium. So viele, dass Wohnungsnot herrscht. Das bedeutet, die Städte werden größer und folglich wird mehr Land versiegelt.

Keine Lust auf Gärtnern und trotzdem kein Steingärten?

Gibt es nicht kreative Möglichkeiten, diese Steingärten zu umgehen? Ich habe zwei Hauptgründe im Kopf, warum man sich einen Steingarten zulegt: der Ästhetik oder der Pflegeleichtigkeit wegen.

Gibt es nicht vielleicht die Möglichkeit, Äshetik und Ökologie in Balance zu bekommen? Halb halb? Vielleicht kann man sich Inspirationen von japanischen Gärten oder Zengärten holen und die dort genannten immergrünen Pflanzen mit heimischen ersetzten? Heimische Steine können auch sehr wertvoll für die Ökologie sein! Kreativ und ideenvoll Elemente suchen, die zu dem eigenen Geschmack und der örtlichen Situation passen. Oder wie wäre ein Staudengarten?

Und zweitens, wie wäre es heimischen Sträuchern wie echter Lavendel, gewöhnlicher Linguster oder Buchsbaum (die alle auch beliebt bei Bienen sind)? Oder heimische Hecken? Heimische Pflanzen sind nicht nur sehr pflegeleicht, sondern auch gut für die Umwelt. Der NABU hat dazu ein Infoblatt erstellt. Oder auch andere immergrüne Bodendecker und Bäume, damit man sich weniger um Laub und Unkraut kümmern muss? Sie spenden im Sonner nicht nur schönen Schatten, sie auch unsere kleinen Klimaretter. Gleichzeitig können sie auch im Winter Farbe in das Grau bringen wie die roten Beeren der Kotoneaster.

Vielleicht gibt es auch in der Gegend jemanden, der selbst keinen Garten hat, aber eigentlich gerne gärtnern würde? Dadurch entsteht eine kleine Kooperation und man tauscht die Arbeit gegen den Platz ein. Was schadet es schon, eine kleine Anzeige in Sozialen Netzwerken oder auf Nachbarschaftsseiten zu stellen? Der Natur kann es nur besser gehen und vielleicht bekommt man sogar einen schönen Anblick geschenkt.

Wenn dich das Thema weitergehend interessiert, unsere erste Vorsitzende Sabine Zwolinski hält regelmäßig Vorträge über Steinwüsten, und kündigt diese auf dem Blog an.

Jeder Garten an sich ist vielleicht klein. Zusammen machen sie allerdings eine große Fläche aus.

Liebste Grüße!

Marlene

Veröffentlicht unter Umweltschutz | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentar hinterlassen

Regionaler geht es nicht – Gemüse aus der Natur

 

Wir haben derzeit Spargelsaison?! Also richtige, oder mit Plastikfolie oder Bodenheizung erzwungene?! Bei uns gab es allerweil heute Schneeregen. Das beißt sich doch scheinbar mit frischem Gemüse aus der Region. Nicht, wenn Sie sich einfach mal trauen in der Natur zuzugreifen. Abseits von gespritzten Feldern, Straßen und Gassi-Routen versteht sich. Auch wenn Sie Mühe haben Gundermann und Giersch zu erkennen, eine Pflanze erkennen Sie ganz sicher, weil jedes Kind leidige Erfahrung gemacht hat (Hoffe, ich. In modernen Steingärten ist selbst das nicht mehr möglich). Autsch, das brennt: Die Brennnessel. Aus den Gärten meist verbannt, habe ich meine Bedarfsstauden in einer hinteren Ecke stehen gelassen und ernte eifrig – mit Handschuhe geht das auch ohne „Autsch“:

In der Küche wird daraus Nudelsoße, Spinat oder ein feines Cremesüppchen. Wobei man nicht den Bedarf an Tee vergessen sollte. Erste Hilfe zum Durchspülen bei Harnwegsinfekten, unterstützend bei Rheumatischen Beschwerden…

Je hochgezüchteter das Gemüse, desto mehr der wertvollen sekundären Pflanzeninhaltsstoffe gehen verloren. Neulich hatte ich eine Zucchini gekauft, die ungelogen 2 Wochen nach dem Kauf noch „frisch“ war. Egal ob mit was auch immer behandelt oder in der Zukunft durch genetische Veränderung erreicht: Der Inhalt eines solches fast wie Plastik aussehenden Gemüses ist zwar nicht verdorben – die bedeutenden Inhaltsstoffe wie Vitamine sind nach 2 Wochen ziemlich sicher futsch.

Dabei geht es frisch und wertvoll und zudem auch noch günstiger aus dem eigenen Garten oder Balkon:

Es benötigt keinen Hersteller eine F1 Hybride für teuer Geld in fotografisch in Szene gesetzter Hochglanzverpackung. Ich stamme noch aus einer Generation, wo in Gartenforen munter Saatgut aus dem eigenen Garten getauscht wurde. Züchterisch nicht groß bearbeitet – außer eben dadurch, dass Bienchen und Hummeln die Pollen in den Gärten umverteilt haben. Da haben Kürbisse keine Namen und das Saatgut keine Alufrischeverpackungen. Sie wuchsen in Gärten, wo man Blütenstauden und Einjährige Blumen nicht gleich panisch abschnitt, wenn die Samenreife nahte. Im Gegenteil, man klopfte die gereift abgeschnitten Samenstände über Beete aus, wo man nächstes Jahr neue Pflanzen begrüßen wollte. Und wenn man Muße hatte, schnitt man erst im folgenden Jahr. So hatten Vögel ihre natürliche Nahrung. Und man selber einen ausgesprochen blütenreichen und günstigen Gartenflor.

Es braucht mehr Mut. Mehr Spaß am Verwerten von dem, was uns die Natur schenkt. Mehr Spaß am Plastik vermeiden und am Geld sparen. Also trauen Sie sich doch mal! Surfen Sie auf eine der Kochseiten und holen Sie sich Anregung was morgen auf den Tisch kommen soll.

Sabine Zwolinski,

 

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Zauberhafte Wanderung in die Walpurgisnacht

Mit 26 Teilnehmern war unsere Wanderung in die Walpurgisnacht erneut gut besucht.

Lippoldsberg liegt im Grenzgebiet unserer Gruppe zum NABU Hofgeismar. Herzliche Grüße an die Kollegen 😉 Tatsächlich haben aber auch wir noch Mitglieder in diesem Bereich und eines davon hat die Chance genutzt, dass man uns einen Exkursionsstreckenverlauf vorschlagen kann. So ging die diesjährige Wanderung vorbei an einen noch in Teilen zumindest vorhandenen Streuobstgürtel.

Wenn so alte Bäume noch erhalten sind und die Wiese gepflegt, aber nicht überpflegt ist, dann ist dies der wertigstes Zustand. Für bis zu 3000 Arten kann eine solche Streuobstwiese Nahrung und Heimat sein. Unfassbar viele Insekten (und zwar nicht nur Bienen, deren Rückgang in aller Munde ist…), darunter unzählige Schmetterlings- und Käferarten die ihrerseits wieder Nahrung für die verschiedensten Vögel sind, die eben nicht an Fütterungen in die Gärten kommen und deren Rückgang geradezu dramatisch ist. Es ist wichtig, dass solche bewirtschafteten Biotope erhalten bleiben. Wie schnell der Niedergang erfolgt, ließ sich auf der Wanderung erleben. Stück für STück intensivierte sich die Landschaft. Einzelne Baumstümpfe zeigten noch, wie es hier früher ausgesehen hat. Besonders traurig war der Anblick einer nicht mehr in Nutzung befindlichen uralten Kirschstreuobstwiese, die derzeit von einem Jungwald erobert wird. Es braucht Menschen, die sich für den Erhalt einsetzen. Eine wissenschaftlich ausgedrückte „mittlere Störung“ ist der artenreichste Zustand. Behutsame Pflege ist somit unabdingbar, wenn man Biologische Vielfalt erhalten will. Verwahrlosung wie Überpflege sind hierfür nicht hilfreich. Am Ende fanden wir uns in stark hängiger Ackerkultur wieder. Den Unterschied auch in der fehlenden Kräutervielfalt am Wegesrand, konnte jeder hier sehen.

Was wäre eine Walpurgiswanderung ohne jene Kräuter? Nichts 😉 Schon Berufs wegen bin ich eine Kräuterhexe und so fliegen wir in dieser Nacht zweifelsohne Richtung Brocken. Wie diese Geschichte entstanden ist und wie die Menschen früher ihr dörfliches Umfeld zu nutzen wussten, darum ging es bei diesem Exkurs in die Vergangenheit, der uns allen viel Freude bereitet hat. Wer in der Walpurgisnacht beispielsweise einen Kranz aus Gundermannreben auf dem Kopfe trägt, der kann wahre Hexen erkennen. Ich wiederum werde das Bild des kleinen Mädchens mit dem Kranz auf dem Kopf sicher nie vergessen. Ich danke allen sehr herzlich für die aktive Teilnahme – Wolfgang, vielen Dank für Deinen Tipp eines Zartbitteren schokoladigen Gundermanngenusses 😉

Wenn Sie NABU Mitglied in unserer Gruppe sind… nutzen Sie doch auch die Gelegenheit und machen einen Vorschlag, wohin es im kommenden Jahr gehen soll. Am besten unter buero@nabudasseleinbeck. de oder hinterlassen Sie uns eine Nachricht auf unserem Anrufbeantworter: 05561/313837 Im Oktober muss ich bereits die neuen Termine an den Naturpark geben…

 

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen