Unser Dank an die NABU-Paten

In unserer Welt ist so einiges im Umbruch. Der Klimawandel zeigt sich auch im Solling sehr deutlich. Trockenstressgeplagte und Schädlingsbefallene Bäume, trocken fallende Bäche und „ungewöhnliche“ Witterungsereignisse.

Mein Mann und ich sind faktisch jeden Tag des Jahres draußen. Als Schaf- und Ziegenhalter leben wir mit den Jahreszeiten und bekommen das mit, was anderen entgeht. Diese leisen, schleichenden Veränderungen…

Als ich 2013 in den westlichen Solling kam, gab es hier noch richtige Bäche. Bäche, die ganzjährig Wasser führten. Geblieben ist davon nur der Lummerke-Bach. Der Rest ist nur noch sporadisch, vorzugsweise im Winterhalbjahr da.

Manch eine negative Auswirkung auf die Natur ist indes zusätzlich auch ohne globaler Klimaveränderung menschengemacht: Monokulturen „zieren“ den Solling. Dunkle Fichtenwälder, die sich nun plötzlich deutlich lichten: Käferbefall und Sturmereignisse schlagen riesige Löcher in den Wald. Wollen wir hoffen, dass die Eigentümer nicht auf Douglasie setzen, die erneut den Grundwasserspiegel negativ beeinflussen würde, sondern auf einen Mischwald, der eine versuchte Antwort auf den Klimawandel sein könnte, der zudem den natürlichen Bewohnern entgegen kommen würde.

Auch bei jenen Bewohnern erleben wir einen radikalen Umbruch. Je sauberer die Wälder nach den Baumverlusten ausgeräumt werden, desto mehr verschwinden auch die Möglichkeit für Höhlenbrüter.

Und manch einer dieser Höhlenbrüter hat es doppelt schwer!

Während Meisen dank des Klimawandels immer früher in Brutstimmung kommen, setzt manche Art auf alte Muster: Kann man ja als Zugvogel auch nicht ahnen, dass es in Deutschland schon so früh warm ist! Und so besetzen die Meisen die Nistplätze in natürlichen Baumhöhlen und Nistkästen und so ein Trauerschnäpper hat dann beispielsweise das Nachsehen. Ende April, wenn er aus seinen Überwinterungsgebieten kommt, ist die Revierbildung längst abgeschlossen.

Wenn natürliche Gegenspieler fehlen, haben es manche Insektenarten besonders leicht in explosionsartige Vermehrungszustände zu gehen: Ich würde Ihnen beispielsweise nicht empfehlen im Juni an den Büwiesen bei Sievershausen wandern zu gehen. Dort herrscht dann eine Fliegenplage biblischen Ausmaßes!

Das merkwürdige schwarze Gebilde am Schaf ist eine Traube von Fliegen. Das Schaf ist frisch geschoren und hat eine winzige Verletzung davon getragen. Das macht weder dem Schaf, dem Scherer noch uns Vergnügen. Die Verhältnisse waren sogar schon so, dass wir die Tiere nach der Schur aus dem Tal holen mussten. Was nicht Sinn und Zweck ist, denn gerade im Juni benötigen die Biotop-Wiesen ihre Pflege um ihre Artenvielfalt zu behalten.

Ein Versuch der Beeinflussung war daher ein Antrag, den wir an die NABU-Paten gestellt haben und der diese Tage seinen positiven Bescheid bekam. 20 Nistkästen können wir so aufhängen und einer besonderen Betreuung unterziehen: Damit nicht 20 glückliche Meisenpärchen ihren Nachwuchs dort herin aufziehen, werden die Löcher mit Zellstoff verschlossen, bis die Trauerschnäpper aus ihrem Winterquartier zurück sind. So haben sie zumindest eine Chance…

Selbstverständlich werden wir die Belegung dokumentieren und so erforschen, ob die Kästen der Zielart zugute kommen – oder ob sich andere Bewohner einstellen. Auf jeden Fall werden die Kästen in der sich verändernden Waldlandschaft ihren Nutzen haben. Davon sind wir überzeugt!

In diesem Sinne sagt der Verein ein herzliches Dankeschön an die NABU-Paten!

Für den Verein:

Sabine und Frank Zwolinski

  1. Vorsitzende und Schriftführer NABU Dassel-Einbeck sowie Schaf-und Ziegenhalter im Solling
Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Naturschutz benötigt Konstanz!

Projekte aus „dem Boden stampfen“ oder Missstände beklagen… können viele. Was es aber für den Naturschutz benötigt, sind Menschen, die sich aktiv und konstant für die uns umgebende Natur einbringen.

Wissen, Zeit und Kraft einzubringen, ist mühsam. Sich selbst und andere motivieren fällt auch nicht immer leicht. Die innere „faule Umweltsau“ zu bekämpfen ist daher eine durchaus tägliche Herausforderung.

Wann haben Sie beispielsweise zuletzt Hand angelegt? Bäume gepflanzt, Hecken geschnitten, Wiesen gepflegt, Kopfweiden „frisiert“, Nistkästen gereinigt ect.?

Der NABU Dassel-Einbeck pflegt einige Hektar Flächen: Geschützte Biotope, Streuobstwiesen, artenreiches Grünland und einen Teich. Ein buntes Potpourri an Möglichkeiten sich einzubringen um dem Artenschwund entgegen zu wirken. Denn ohne Pflege… verlieren jene Flächen ihre Biodiversität. Dabei sind es die teilweise letzten „Perlen“ in einer ansonsten ausgeräumten Agrarlandschaft und daher Arten-Hotspots!

Hier kann man also „anpacken“ anstatt nur zu klagen!

Wir danken beispielsweise den Vereinsmitgliedern, die sich zuletzt auf der Streuobstwiese in Lüthorst eingebracht haben und vom Obstbaum- und Heckenschnitt über die Wiesenpflege und Nistkastenreinigung gezeigt haben, dass ihnen Artenschutz ein so wichtiges Anliegen ist, dass sie ihre persönliche Zeit geopfert und angepackt haben: Frank Zwolinski und Anja Ebenau, Ehepaar Froböse, Ehepaar Warta, Stefan Ohst und Sabine Zwolinski

Danke sagen wir auch den Helfern, die zuletzt zahlreiche Nistkästen gereinigt haben sowie Obstbäume gepflanzt und auch gleich geschützt haben, damit eine naturverträgliche Beweidung installiert werden kann: Detlef Herbst, Anja Ebenau, Lutz Behringer und Sabine Zwolinski

„Helden des Alltags“ nennen wir dabei diejenigen, die sich auch ohne Mitmachaktion kurz schließen um „mal eben“ loszulegen. Das ermöglicht Spontanität, die manch einem entgegen kommt, dessen Terminkalender eigentlich eng gefüllt plötzlich eine Möglichkeit eröffnet sich einzubringen. Falls Ihnen dieses Konzept besser passt als die gesetzten Mitmachtermine, dann melden Sie sich gerne unter buero@nabudasseleinbeck.de

Hier ein paar Bilder der letzten „Guten Taten“:

 

Fraktion: Wiesenpflege, Obstbaumschnitt und Heckenpflege

Fraktion „hoch hinaus“ Nistkasten und Kobelpflege

Modell „ran an die Hecke“

Modell „rein in den Boden“ und „eingetütet“ – Baumpflanzung in Lauenberg

Allen Helfern vielen Dank und die Aufforderung an andere: Mit mehr Helfern können wir uns auch noch mehr für die Natur vor Ort einsetzen!

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Seltener Bewohner am Wichtelpfad entdeckt

Zu den jährlich wiederkehrenden Aufgaben des NABU Dassel-Einbeck gehört die Nistkastenreinigung am Wichtelpfad. Verschiedenste Nisthilfen sind hier angebracht, darunter auch Kobelkästen. In einem Kasten fand sich prompt der ersehnte Bewohner, die kleinste Bilchart Deutschlands: Eine Haselmaus. Sie gehört zu den Bilchen wie der Garten- und der Siebenschläfer und ist somit nicht, wie der Name vermuten lassen könnte, eine Maus. Es handelt sich um eine in Niedersachsen bedrohte Art, deren Nachweis selten gelingt.

Der Verein dankt Detlef Herbst und Anja Ebenau für ihren Einsatz am Wichtelpfad/ Sievershausen

 

Foto: Detlef Herbst

 

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Nachlese unserer Herbstwanderung zum Pralinenobst

Was zum Kuckuck mag bloß Pralinenobst sein?!

Als mein Mann und ich diese Waldwiesen kennen gelernt haben, war es ein richtig gutes Obstjahr und die Bäume bogen sich förmlich unter ihrer Last: Kunterbunte Äpfel und Birnen – in Miniaturformat. Vermeintlich „Wildobst“, nur dass genetische Untersuchungen längst bewiesen haben, dass es das bei Äpfel und Birnen nicht mehr gibt. Auf dem Weg der züchterischen Fortschritte seit Menschengedenken verloren gegangen. Die kleinen bunten Früchte, die so bei strahlendem Sonnenschein und Taufeuchte wie glänzende Miniliebesäpfel aussehen… sind indes nichts anderes als „Zieräpfel“. Sei´s drum. Die Bäume sind für die Natur und für das Wild ein echter Zugewinn. Sei es wegen der Blüte im Frühjahr, den bei den Tieren beliebten Früchten im Herbst oder der Tatsache, dass die gepflanzten Hochstämme im Alter auch noch als Nistmöglichkeiten dienen, von den unzähligen Insektenarten eines solchen Baumes ganz zu schweigen… die Pralinenobstwiesen sind wirklich erhaltenswert.

Größenvergleich: Kleiner Kulturapfel mit „Pralinenobst“-Birnen

 

Dass eine dieser Wiesen zukünftig beweidet wird, erfreut uns in doppelter Hinsicht: Trotz der Entfernung nutzen wir diese einsamen Fleckchen sehr gerne: Gutes Futter und Ruhe für die Weidetiere – und für uns. Gleichzeitig dient die Beweidung dem Erhalt dieser Wiesen, da auch hier bei der Pflanzung leider viel zu eng gesetzt wurde, so dass nur noch die Wiese, aber nicht die Bereiche der Bäume gepflegt wurden. Eines von unzähligen Beispielen, warum Beweidung wichtig ist und warum es dabei darauf ankommt, dass sich der Beweider auch die Zeit nimmt für die „runden Ecken“. Sonst werden die Flächen nämlich Stück für Stück kleiner…

Als wir im vergangenen Jahr die Wanderung planten, war der Wald noch in einem anderen Zustand. Der Solling mit seinem hohen Nadelwaldanteil leidet nicht nur unter dem „Klimawandel“, hier ist es vor allem „der Käfer“. Dass verschiedene Käfer am Werke sind und auch Laubbaumarten betroffen sind, ist dabei kein Geheimnis. Auch das Auseinanderbrechen von kapitalen Buchen konnten wir leider wegesnah ansehen. Wir hoffen, dass der Umbau zu einem artenreichen Mischwald das Ziel ist und hoffen insbesondere für den Bereich des Heidelbeerbruchs, dass die Selbstverpflichtung der Niedersächsischen Landesforsten auf das aktive Einbringen nicht lebensraumtypischer Baumarten in FFH-Gebiete gilt. Geht es im Niedermoor Heidelbeerbruch doch zusätzlich um den Aufbau des in Teilen renaturierten Moores. Moore sind außerordentlich große CO2 Speicher! Nadelbäume wie Douglasie haben eine um 40% niedrigere Wasserbildungsrate. Wie sehr der Solling trocken fällt, können mein Mann und ich als Weidetierhalter in den Solling-Wiesentälern hautnah erleben: Von den reihenweise mittlerweile trockenen Bächen bis zur Veränderung der früher feuchten Wiesen.

Viel Verständnis hatten wir für die Wegesituation: Bei den enormen Waldschäden sind Harvestereinsätze nicht vermeidbar. Leider haben die Rodungsmaßnahmen in der Woche vor der Wanderung begonnen, so dass etwas Kreativität im Wegeverlauf nötig war. Aber daran… wird man sich in den kommenden Jahren gewöhnen müssen. Für Wanderer ein Tipp: Wenn die den Gaußstein besuchen wollen, empfehlen sich hohe Wanderschuhe. Der Schäferstein ist auch damit nicht mehr erreichbar!

Unsere „Pralinenobstwanderung“ hat allen viel Freude bereitet – auch wenn der Waldzustand und die Problematik des Waldumbaus uns in den Gedanken lebendig bleiben wird. Wir danken ausdrücklich für die angeregten Gespräche, die den Vormittag bereichert haben.

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Angenehme Atmosphäre auf dem 1. Landschaftag Hilwartshausen am 25.8.19

Vergangenen Sonntag lud die Ortsgruppe Dassel-Einbeck des NABU zum 1. Landschaftag ein und viele Interessierte folgten der Einladung zur Wiese an der Scheeve Schüne in Hilwartshausen. Hier wurde von 11.00 bis 15.00 Uhr bei herrlichstem Hochsommer­wetter einiges geboten. Insgesamt waren drei Tierhalter anwesend, die vom Aussterben bedrohte alte Nutztierrassen vorstellten, wie die Leineschafe, die deutlich kleineren Skudden, die Weißen Gehörnten Heidschnucken und eine eher moderne Rasse, die Burenziegen, die ebenfalls für die Biotoppflege geeignet sind. Wer sich über Landschaftspflege mit diesen fleißigen Helfern informieren wollte, fand hier kompetente Ansprechpartner, die unter­schiedliche Wiesenstrukturen und Betriebsabläufe haben und somit einen großen Er­fahrungs­schatz und ein breit gefächertes Wissen weitergeben konnten.

Foto: Robert Schumacher

Für große und kleine Besucher waren die Tiere, die man ganz aus der Nähe anschauen und streicheln konnte, das Highlight des Tages.

Foto: Stefan Minta

Gezeigt wurde daneben der Klauenschnitt bei Schaf und Ziege und die Verarbeitung der Wolle; es wurde vor Ort gesponnen. Natürlich gab es auch wunderbare Wollprodukte aus biologischer nachhaltiger Herstellung. Der NABU bot an seinem Stand neben diversen Nisthilfen für Vögel, Fledermäuse und Insekten auch Futterhäuser unterschiedlicher Bauart zu reduzierten Preisen an, dazu viele kostenlose Informationen, ein Gewinnspiel, das gut angenommen wurde und das Wissen rund um das Thema Landschaftspflege abfragte.

Foto: Robert Schumacher

Eine der Fragen befasste sich mit dem Begriff „Lamm“. Interessant war hier, dass ca. 1/3 der Teilnehmer die Antwortmöglichkeit „ein Lamm ist ein Lamm, solange es bei der Mutter trinkt“ angekreuzt haben. Richtig wäre jedoch gewesen: „Es ist ein Tier unter einem Jahr“. Schafhalter ziehen ihre Lämmer bis zu einem Jahr auf; Weidelämmer können auf den Wiesen mit anderen Jung­schafen herumtollen, grasen und einfach leben, bevor sie – noch immer unter dem Begriff Lamm – schließlich verkauft bzw. geschlachtet werden. Eine andere, vielleicht erheiternde Frage bezog sich auf den Ziegenbock. Auch hier gab es nur wenige richtige Antworten, nämlich, dass ein paarungsbereiter Ziegenbock großzügig uriniert. Für den Menschen schwer nachvollziehbar, finden weibliche Ziegen den daraus folgenden Geruch sehr anziehend.

Wer auf dem Landschaftag etwas gegen Hunger und Durst tun wollte, fand sich an der Grillbude ein, an der man neben normaler Bratwurst auch welche vom Leineschaf probieren konnte und die sich zum Verkaufsschlager entwickelte. Die Trecker­freunde Hilwartshausen zeigten einige histo­rische Gerätschaften und Fahrzeuge, die vor allem bei den männlichen Besuchern für Begeisterung sorgten.

Foto: Treckerfreunde Hilwartshausen

An den verschiedenen Ständen und den aufgestellten Tischen und Bänken im Schatten der Obstbäume kamen gute Gespräche in Gang, nicht nur über das hochaktuelle Thema der extensiven Weidetierhaltung, die u. a. einen großen Kohle­nstoffspeicher darstellt und somit höchst interessant auch für den Klimaschutz ist, auch das weiter fortschreitende Vogel- und Insektensterben wurde diskutiert, ebenso wie die Rückkehr des Wolfes in den Solling. Wieder einmal zeigte sich in den emotional geführten Diskussionen, wie sehr dieses Thema die Bevölkerung spaltet. Der NABU machte jedoch deutlich, dass ein Zusammenleben nicht nur von Mensch und Wolf im selben Lebensraum, sondern auch von Schaf/Ziege und Wolf durchaus möglich ist. Hier flossen eigene Erfahrungen der Schaf- und Ziegenhalter aus der Umgebung ein. Alles in allem war der 1. Landschaftag in Hilwartshausen ein Erfolg und alle Teilnehmer waren so zufrieden, dass man eine zweite Veranstaltung für 2021 ins Auge fasst. Gelobt wurde beispielsweise die angenehme, kollegiale, fast freundschaftliche Atmosphäre auf dem Gelände sowie die professionelle und weitgehend stressfreie Unterbringung der Tiere.

 

Wer sich für die Arbeit der NABU-Ortsgruppe Dassel-Einbeck interessiert, gezielte Fragen zum Naturschutz hat oder Ähnliches, kann sich an das NABU-Büro wenden oder aber unverbindlich zu einem der monatlich stattfindenden Info-Treffen kommen. Der nächste Termin dafür ist Mittwoch, der 18. September, um 18.00 Uhr im Kunsthaus Collage Dassel, Neue Straße 13. Mitglieder und interessierte Besucher sind herzlich willkommen, eine Anmeldung dazu ist nicht erforderlich

Bärbel Spann

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen

Ist die Bleiche kaputt?!

Um es gleich vorneweg zu nehmen… unser NABU-Teich ist nicht undicht oder anderweitig defekt!

Wir lassen aufgrund einer diesjährigen Fortbildung das Wasser ab. Unsere Zielart, die jungen Grasfrösche, sind bereits an Land. Im Wasser haben sich bereits im ersten Jahr Grünpflanzen sehr breit gemacht, die dauerhaft zu einer Verlandung führen würden. Anstatt hier mit schwerem Gerät oder Helfern anzurücken, gibt es hier eine einfache Lösung: Die Beweidung, die derzeit stattfindet. Der Zielart Grasfrosch abträglich wären aber beispielsweise auch eingetragene Fische und große Libellenarten. Der Clou… das Ablassen des Wassers fördert dagegen die kleinen, selteneren Libellenarten, da sie zwar auch jetzt ihre Eier an Stängeln ablegen – aber erst im kommenden Frühjahr schlüpfen. Dann ist die Bleiche wieder gefüllt.

Derzeit haben somit die 10 jährigen Ziegen Liese und Lotte das Pflegeregiment.

10 Jahre und nur bedingt altersweise: Liese

Hier kommt eine große Bitte: Die Bleiche leidet immer wieder unter Vandalismus. Zuletzt wurden Weidepfähle rausgerissen und zerbrochen und die Ziegen haben den eingedrückten Zaun überwunden und die Umgebung erkundet. Auch wenn die vierbeinigen Rentnerinnen zu den Unerschrockenen Weidetieren gehören… wir würden sie doch sehr gerne einen ruhigen Lebensabend verbringen lassen und nicht plötzlich von einem Auto erwischt zusammen sammeln müssen. Daher die Bitte: Bitte achten Sie als Spaziergänger und als Hundehalter in Sievershausen auf fremde Personen, insbesondere in den frühen Morgen- oder Abendstunden, die sich in irgendeiner Art und Weise an der Bleiche zu schaffen machen. Wir sind ja nicht allein im Fokus eines Vandalen. Der Sollingverein ist am Wichtepfad auch betroffen und man kann sich vorstellen, dass jemand, dem Ziegen egal sind, vielleicht auch Hunde verzichtbar findet. Auch da gab es ja in diesem Jahr schon Köder… am besten begegnet man solchen Problemen gemeinsam!

Wenn Sie Verdächtiges beobachten, wenden Sie sich bitte an die Polizei in Dassel bzw. Einbeck. Die Strafanzeige wurde heute ausgefüllt. Das Gelände ist dort bekannt und wird auch stichprobenartig angefahren.

Wir wollen und werden das Gelände weiter beweiden. Denn… es reicht nicht schöne Kulissenlandschaften zu schaffen. Man muss sie mit Artenreichtum füllen! Die Beweidung hat viele weitere positive Effekte. Nur ein paar Beispiele: Durch den Kot der Ziegen wimmelt es an der Bleiche von Fliegen. Das kurz gehaltene Gras ist wichtig für die unzähligen Grashüpfer. Und all dies… ist wieder Nahrung für die kleinen Grasfrösche!

Gerne stehen wir Rede und Antwort zu unserem Projekt. Wenn es Sie interessiert: Schauen Sie doch beim Infotreffen im August vorbei, das dieses mal genau dort an der Bleiche stattfindet! Details? Ein Beitrag weiter unten 😉

 

Veröffentlicht unter Allgemein | Verschlagwortet mit , , , , | Kommentar hinterlassen

Schotterqual

Noch ein Beispiel der „pflegeleichten“ Schottergärten. Dieser Albtraumgarten ist ca. 3 Jahre alt.

Heizt sich bei Hitzelagen wie derzeit wunderbar auf, das Jäten ist besonders kniefreundlich und die alternative Verwendung von Herbiziden hier (gesetzlich mindestens grenzlastig, je nachdem was unter den Steinen steckt auch verboten) benebelt offenbar den Verstand. Denn:

In der Originalversion ohne Beikraut lebt hier kein Insekt, singt kein Vogel, wird kein Wasser am raschen Abfluss gehindert, entsteht nur Hitze und kein Schatten. Hier wird die Wüste imitiert, vielleicht zu Klimawandelübungszwecken?

Hässlich.

Also bevor sie diesem „Trend“ hinterher laufen… der läuft sich in wenigen Jahren tot. Die Sanierungskosten indes… werden enorm sein.

 

 

 

 

 

Veröffentlicht unter Allgemein | Kommentar hinterlassen