Es kribbelte und krabbelte…

Was auch immer Sie heute gemacht haben – wir saßen heute auf den NABU Kreuzwegwiesen in höchst relaxter Stimmung und haben mit ein Paar Kindern Insekten gezählt. Für die Grashüpfer und Heuschrecken mussten wir eine Näherung angeben. 20 Pro qm sind eine ganze Menge. Genaugernommen kann man ihnen kaum entgehen. Sie springen auf einen, um einen und hängen auch als bevorzugte Beute in den Spinnennetzen. Darunter einige Wespenspinnen, verschiedene Kreuzspinnenarten und eine agile Veränderliche Krabbenspinne, die in beschleunigtem Tempo über unsere Decke raste.

Um die ganzen Krabbler in das ökologische Gesamtkonzept einzuordnen, hatten wir auch einige Pflanzen mitgebracht: Einen Strauß aus dem nahegelegenen Wald und einen aus dem Garten. Merke: Insekten wollen nicht nur süßen Nektar trinken und Pollen mitschleppen – sie haben überwiegend ganz andere Ansprüche. Wie bricht man das für Kinder verständlich runter?! Also ein wunderschöner Schmetterlingsflieder aus dem Garten, hätte auf den Kreuzwegwiesen nichts verloren. Im Garten ist er bei Schmetterlingen, Bienen und Hummeln als Nahrungspender sehr beliebt. Draußen aber, würde der Schmetterlingsflieder paradoxer Weise das Buffet der Schmetterlinge verdrängen. Schmetterlinge bevorzugen zur Eiablage und somit als Nahrungsgrundlage ihrer Raupen ganz wenige Pflanzenarten. Wir hatten einen Kohlkopf dabei. Das kennt dann doch so manches Kind: Kohlweißling fliegt durch die Gärten und sucht den Gemüsegarten. Ehe man sich versieht, fressen grüne Raupen am ehemals stattlichen Kohl. Aber was benötigen andere Schmetterlinge? Unendlich viele, aber eben die hiesigen Pflanzenarten. Das kann auch vollkommen unspektakulär sein. Den Faulbaum am Wegesrand hat kaum einer im Blick. Und doch fressen dort die Raupen des wunderhübschen Zitronenfalters. Insekten sind dabei fatal wählerisch. So kann eine einheimische Pflanze aus dem bayerischen Raum u.U. in Niedersachsen schnöde verschmäht werden. Das ist in etwa so, wie wenn ein Kind zuhause immer Nudeln mit Hackfleischsoße bekam und gewöhnt ist und bei Thunfisch in der Soße die Nase rümpft und den Teller nicht anrührt. Deswegen müssen Pflanzen „autochton“ sein, die draußen in der Natur gepflanzt oder gesät werden.

Gartenpflanzen sind häufig auf Optik gezüchtet. Sie sollen dem Menschen gefallen und bunte Farbakzente setzen. Wenigen von uns ist dabei bewusst, dass gefüllte Blüten Hummeln und Bienen praktisch ausschließen. „Einfache“ Rosenblüten dagegen, sind beispielsweise echte Insektentankstellen.

Wir hatten an einheimischen Blütenpflanzen auch einiges dabei. Wiesen-Bärenklau und Wald-Engelwurz, die häufig nebeneinander wachsen. Doldenblüter sind richtige Insektenmagneten. Sie werden von Schwebfliegen, Marienkäfern und unzähligen anderen Arten angeflogen. In unserem Blütenstrauß stecke zudem auch Wasserdost, Wilder Majoran, Flockenblumen und… die unscheinbare Kohlkratzdiestel. Ich wette, dass das Mädchen, das den Kohlkopf mit nach Hause nahm die Pflanze – ebenfalls bei ihren Mitbringseln – nicht mehr vergißt.

Erklären auch Sie unserer nachfolgenden Generation unsere Natur! Ob beim Ausflug oder im Garten – es gibt so unglaublich viel zu entdecken!

selbst im letzten Tageslicht suchen einige Insekten die Doldenblüter auf
Einer von Unzähligen…
Und der Gegenspieler der Grashüpfer: Eine Wespenspinne
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NABU: Landesregierung in Panik vor dem Volksbegehren

Pressemitteilung NABU Niedersachsen

Landesregierung versucht NABU den schwarzen Peter zuzuschieben

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Hannover – Ministerpräsident Stephan Weil (SPD) äußerte sich gegenüber dpa kritisch gegenüber den NABU Niedersachsen, der weiterhin sehr konstruktiv am Niedersächsischen Weg weiterarbeitet. Der NABU und seine knapp 200 Bündnispartner des Volksbegehrens begehen einen demokratischen Weg.

Dr. Holger Buschmann, Landesvorsitzender des NABU Niedersachsen, zeigt Unverständnis über die Äußerungen von Ministerpräsident Weil „Zu einer Demokratie gehören auch Auseinandersetzungen und Kontroversen. Das scheint dem Ministerpräsident nicht zu passen. Dass diese nicht immer einvernehmlich sind, liegt wohl in der Natur der Sache.“

„Der Zustand unserer Natur, gerade hier in Niedersachsen, ist äußerst besorgniserregend“, betont Dr. Holger Buschmann, „Das liegt unter anderem auch daran, dass die Landesregierungen in den letzten Jahrzehnten wichtige Reformen verschlafen haben, um unsere Natur, unser Wasser und unsere Wälder zu schützen. Nun dem NABU den schwarzen Peter zuzuschieben, zeigt ja schlicht, dass die Landesregierung Panik vor einem erfolgreichen Volksbegehren hat“.

Der NABU Niedersachsen plant seit dem Frühsommer vergangenen Jahres ein Volksbegehren zum Erhalt der Artenvielfalt in Niedersachsen. Seit September 2019 weiß die Landesregierung hierüber Bescheid. Erst seit Anfang diesen Jahres wurden lockere Gespräche geführt. Nach der offiziellen Ankündigung des Volksbegehrens durch eine Pressekonferenz wurden die Gespräche zum Niedersächsischen Weg intensiver. „Das zeigt eindeutig, dass es ohne das Volksbegehren überhaupt keinen sogenannten Niedersächsischen Weg gäbe. Umweltminister Olaf Lies müsste den knapp 200 Bündnispartnern des Volksbegehrens eigentlich dankbar sein, dass diese mehr für die Natur in Niedersachsen erreichen möchten. Denn ohne sie könnte er sich nicht mit dem Niedersächsischen Weg brüsten“, hebt Dr. Holger Buschmann hervor.

Wie die Landesregierung mit Versprechungen umgeht, zeigt die geplante Ausweitung der Gänsejagd auf streng geschützte Arten wie Bläss- und Nonnengänse. Es wurde von Agrarministerin Otte-Kinast versprochen, dass mögliche Änderungen der Jagdzeitenverordnung zuerst mit den Experten im Arbeitskreis Gänsemanagement besprochen werden, in dem auch der NABU beteiligt ist. Dieses Versprechen wurde gebrochen, da die Jagdzeitenverordnung vorab in die öffentliche Verbandsbeteiligung gegeben wurde und zudem die Änderungen den im Rahmen des Arbeitskreises gewonnenen Forschungserkenntnissen eklatant widersprechen. „Das zeigt uns, wie wertvoll Versprechen der Landesregierung sind und ihre geringe Wertschätzung des Naturschutzes – gerade im Hinblick des Volksbegehrens sind wir hier sehr vorsichtig“, so Dr. Holger Buschmann.

Wie uneins die Regierungsfraktionen hinsichtlich des Niedersächsischen Weges sind, zeigen die Äußerungen der CDU-Abgeordneten Helmut Dammann-Tamke und Martin Bäumer. Der agrarpolitische Sprecher der CDU-Landtagsfraktion, Helmut Dammann-Tamke, betonte im Politikjournal Rundblick vom 6.5.2020, den Vorrang von Anreizsystemen vor Ordnungsrecht. Die Neue Osnabrücker Zeitung vom 24.07.20 berichtet unter der Überschrift „Treffen zwischen Landwirten und Politikern Bäumer bremst Hoffnung auf schnelle Gesetze zum Niedersächsischen Weg“ von einer Aussage des umweltpolitischen Sprechers der CDU-Landtagsfraktion, Martin Bäumer, „es gebe keine Bereitschaft in der Fraktion, die Forderungen durchzuwinken und sofort zum Gesetz zu machen.“ Gestützt von diesen Aussagen kommt Dr. Buschmann zu dem Schluss „Dies macht deutlich, dass die Landesregierung trotz der Unterschriften von Ministerpräsident Weil, Umweltminister Lies und Landwirtschaftsministerin Otte-Kinast unter die Absichtserklärung des Niedersächsischen Weges sich nicht sicher sein kann, dass der Landtag den gemeinsam entwickelten Gesetzestexten und Finanzversprechungen auch tatsächlich zustimmt. Dem NABU geht es hier eindeutig um die Sache, während die Landesregierung und auch die Regierungsfraktionen diesen Beweis noch schuldig bleiben.“

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Das Besondere fast vor der eigenen Haustür

Wer die Gabe hat auf Kleinigkeiten zu achten, genau hinzusehen anstatt vorbeizulafen, der findet das Besondere. Dazu muss man gar nicht zwingend weite Ausflüge unternehmen, sondern findet es zuweilen auch in der Umgebung des Wohnortes, gerade wenn der ein dörfliches Umfeld zeigt:

Thomas Müller aus Kuventhal konnte diesen Nachtfalter mit der Kamera einfangen. Damit ist ihm ganz seltener Fund gelungen: Ein Waldreben-Fensterfleckchen. Der ist, wenn überhaupt eher im Süden Deutschlands zu sehen. Im Norden fehlt er mehr oder minder ganz, ist aber bei uns im Bergland vereinzelt zu finden. Der Name verrät es dabei schon: Die Rauben dieses Nachtfalters ernähren sich von der Echten Waldrebe (Clematis vitalba). Ein gutes Beispiel: Solch einheimische Pflanzen sind für unsere Insektenfauna extrem wichtig. Summende Blühstreifen sind nur ein beschränkter Ersatz für das, was wir benötigen um das „Insektensterben“ aufzuhalten. Mehr wilde Ecken braucht das Land!

Vielen Dank für das Foto und weiter viel Spaß an den vielfältigen 6 Beinern!

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Jugendtermin „Insektensommer“

Jugendtermin – wer zählt mit?

Mal aus der eigenen Kindheit berichtet: Mich hat es vor blauschillernden Fliegen geradezu körperlich geekelt und nachdem mir Gruselgeschichten von Pferde mordenden Hornissen erzählt wurden, hatte ich schwere Ängste auszuhalten, wenn so ein großer Brummer im Garten auftauchte. Geblieben ist davon nichts, da zu Schulzeiten begeisternde Biologielehrer das Interesse für die Natur als Ganzes weckten und fundiertes Wissen verankerten. Nicht auszudenken, wäre meine Angst vor Krabbelgetier geblieben.

Um also auch anderen Kindern und Jugendlichen die Welt der Insekten näher zu bringen, wollen wir uns in diesem Jahr am „Insektensommer“ beteiligen. Auf ganz ruhige, Coronabedingungen angepasste Art und Weise.

Der Insektensommer funktioniert ja ganz einfach: Maximal eine Stunde lang wird im Umkreis von maximal 10 m alles erfasst was 6 Beine hat. Wo kann man das besser als auf einer NABU-Fläche? Nirgends 😉 Wegen der Corona Situation können wir in der Vorankündigung nur schon angeben, dass es eine Fläche im Raum Dassel sein wird, da die Teilnehmerzahl begrenzt sein muss. Der eigentliche Clou an dieser Stunde unter freiem Himmel ist dabei, dass wir ganz nebenbei ökologische Zusammenhänge erschließen können, die sich im Buch oder auf dem Balkon deutlich schwerer erfassen lassen.

Wann: Am Samstag, den 8.8.20 ab 17 Uhr – in der Nachmittagssonne brummt es am besten 😉.

Für welche Altersgruppe: Ab Jahrgangsstufe 4, gerne mit Begleitperson. Der Termin ist aber auch für Jugendliche sehr gut geeignet. Dieses mal wird vermutlich auch Lena Schumacher dabei sein, die selber Landesjugendsprecherin der NAJU Niedersachsen ist.

Was ist mitzubringen: Praktischerweise eine Decke zum darauf sitzen. Wer hat, kann auch ein eigenes Fernglas mitbringen. Es werden nämlich sicher nicht nur 6 Beiner gesichtet werden. 8 Beiner können natürlich auch dabei sein. Zecken gehören zu den Spinnentieren, also bitte ein Repellent vorher auftragen, hinterher absuchen und Sonnenschutz nicht vergessen. Trinkflaschen sind bei Bedarf selber mitzubringen, da wir wegen Corona keine Getränke ausgeben dürfen.

Eins gilt leider: Bei schlechtem Wetter kann die Veranstaltung nicht stattfinden. Das meint auch: Ist an dem Tag eine Gewitterneigung vorhergesagt, müssen Begleitpersonen dabei sein, die die Teilnehmer/innen rechtzeitig aus der Gefahrenzone bringen können. Auf einer NABU-Fläche gibt es keine Unterstände und der nahe Wald birgt die Gefahr von Windbruch bei Gewittersturm. Die Fläche liegt in den Nähe einer Straße. Zum Auto sind es 5 Minuten. Gerne können die Begleitpersonen amTermin selbst mit teilnehmen.

Bitte meldet Euch per e-mail an unter buero@nabudasseleinbeck.de Wir freuen uns auf Euch!!!

Für den NABU Dassel-Einbeck

Sabine Zwoli nski

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Der Niedersächsiche Weg…

„Wer den Niedersächsischen Weg wirklich umsetzen will, sollte das Volksbegehren unterschreiben“

Volksbegehren-Initiative sieht den Niedersächsischen Weg noch zu sehr „im Kriechgang auf der Holperstraße“

„Wer den Niedersächsischen Weg wirklich umsetzen will, sollte das Volksbegehren unterschreiben“, sagt Klaus Ahrens, Mitinitator des laufenden Volksbegehrens Artenvielfalt auf die Presseerklärung des Umweltministers zum Fortgang der Verhandlungen der Landesregierung. „Denn auch wenn Umweltminister Olaf Lies im Frühsommer noch vollmundig verkündet hat, er werde sehr schnell konkrete Gesetzesänderungen für einen besseren Natur- und Artenschutz vorlegen, nimmt jetzt erstmal nur die Arbeit und seine Sommerreise Fahrt auf. Mir scheint der niedersächsische Weg daher eher auf einer Holperstrecke und im Kriechgang unterwegs zu sein.“

Dabei liegen der Niedersächsische Weg und das Volksbegehren in ihren Zielen nahe beieinander: Beide wollen einen besseren Grünland-, Gewässer- und Wiesenvogelschutz und einen besseren Schutz der Strukturen in der Landschaft. Klaus Ahrens, der zugleich Vizepräsident der Deutschen Berufs- und Erwerbsimker ist, sieht deshalb im Niedersächsischen Weg und dem Volksbegehren auch keinen grundlegenden Gegensatz. Der Unterschied sei aber: „Das Volksbegehren hat bereits einen fertigen und juristisch geprüften Gesetzestext für besseren Artenschutz in Niedersachsen vorgelegt. Der Niedersächsische Weg ist bislang nur eine sehr vage Absichtserklärung, niemand muss sich daran halten. Deshalb finden ihn die Landwirtschaftsvertreterinnen und -vertreter ja auch so gut“, meint Ahrens. „Wir brauchen im Natur- und Artenschutz aber endlich Verbindlichkeit, die das Landvolk nach den Verlautbarungen einiger seiner Kreisvorsitzenden in Wahrheit immer noch nicht will.“

Wenn der Niedersächsische Weg sich nicht nur in schönen Überschriften einig sei, sondern ein genau so gutes Ergebnis an gesetzlichen Regelungen erziele wie das Volksbegehren, sei das sehr zu begrüßen. „Es steht aber in den Sternen, wann das so weit sein wird. Wir machen dem jedenfalls weiter Beine und sammeln weiter Unterschriften für das Volksbegehren“, so Ahrens.

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Libellen – prachtvolle Jäger der Lüfte / Jugendtermin am 11.7.20

Der NABU Dassel-Einbeck lädt zu einem NAJU-Jugendtermin – unter Beachtung der aktuellen Corona-Auflagen.                                                                                                                                                                                                                                           

Derzeit fliegen sie wieder: Farbenfrohe, große und wendige Insekten: Die Libellen. Am Samstag, den 11.7.2020 werden an einem Teich verschiedene Libellenarten beobachtet. Spielend wird Wissen vermittelt. Was für Arten gibt es zu entdecken und welche Ansprüche an ihre Umwelt haben sie? Wie sieht der Lebenslauf der Libellen aus – bei dem sie scheinbar die Redewendung „das Rad des Lebens“ irgendwie wörtlich genommen haben. Die Betreuer freuen sich auf eine unterhaltsame Stunde. Die Veranstaltung ist geeignet für Kinder ab 11 Jahren

Der Veranstaltungsort befindet sich im Raum Dassel. Der genaue Treffpunkt wird bei der Bestätigung der Anmeldung mitgeteilt. Veranstaltungsdauer: Ca. 1 Stunde. Beginn 15 Uhr

Anmeldung unter Angabe von Namen, Adresse und Telefonnummer unter buero@nabudasseleinbeck.de Die Anzahl der Plätze ist begrenzt!

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Presseinformation „Volksbegehren Artenvielfalt jetzt“

Ohne erfolgreiches Volksbegehren gibt es keinen besseren Artenschutz“

Landtagsdebatte unterstreicht Notwendigkeit des Volksbegehrens und enlarvt wahres Ziel des Niedersächsischen Weges

Die heutige Landtagsdebatte in der Aktuellen Stunde über das laufende Volksbegehren Artenvielfalt.Jetzt! hat nach Einschätzung der Volksbegehren-Initiator*innen die dringende Notwendigkeit des Volksbegehrens für wirksamen Natur- und Artenschutz erneut unterstrichen.

„Es war sehr erhellend, dass der CDU-Sprecher Helmut Dammann-Tamke es auffällig vermieden hat, für seine Fraktion klipp und klar zu sagen, dass auch die CDU die für den Artenschutz notwendigen Änderungen im Naturschutzrecht, im Wasser- und im Waldgesetz mitträgt, ohne die es keinen wirksamen Artenschutz geben wird“, sagt Klaus Ahrens, Initiator des Volksbegehrens und Vizepräsident des Deutschen Berufs- und Erwerbs-Imkerbundes. „Genau deshalb braucht es das Volksbegehren, das ja ein fertiges Gesetz vorgelegt hat. Das wahre Ziel des Niedersächsischen Weges – auch das wurde heute wieder deutlich – ist es, das Volksbegehren zu verhindern.“

Zudem sei in der Landtagsdebatte klar geworden, dass sich die Landesregierung mit ihrer Absichtserklärung für einen besseren Artenschutz am Volksbegehren orientiert habe. „Der Niedersächsische Weg greift viele Aspekte unseres Volksbegehrens auf und deshalb ist es richtig, dass die Umweltverbände diese Absichtserklärung unterschrieben haben und gleichzeitig das Volksbegehren Artenvielfalt vorantreiben, denn ohne das Volksbegehren ist und bleibt der von der Landesregierung propagierte Niedersächsische Weg eine Sackgasse“, meint Klaus Ahrens.

Ahrens erinnert an die niedersächsische Tradition, sich im Naturschutz weitgehend auf Ankündigungen zu beschränken: „Das kennen wir vom Moorschutz, wo seit über 30 Jahren nichts passiert, das kennen wir bei der Umsetzung europäischer Naturschutzvorgaben, wo Niedersachsen nur durch Androhung hoher Strafzahlungen langsam reagiert und das befürchten wir auch beim Niedersächsischen Weg: dass ohne das Volksbegehren mit dem Niedersächsischen Weg außer schönen Worten am Ende nichts für den Tier- und Pflanzenschutz herauskommt. Solange der Landtag kein wirksames Gesetz beschlossen hat, werden wir weiter Unterschriften für das Volksbegehren sammeln.“

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Pressemeldung Volksbegehren Artenvielfalt. Jetzt!

Pressemeldung
Volksbegehren Artenvielfalt. Jetzt!
19. April  2020

Bienen in Gefahr!

Volksbegehren Artenvielfalt fordert Umkehr in der Landnutzung

Zum Weltbienentag am 20. Mai warnt Klaus Ahrens, Vizepräsident des Deutschen Berufs- und Erwerbs-Imkerbundes und Initiator des Volksbegehrens Artenvielfalt, davor, das Bienensterben auf die leichte Schulter zu nehmen. Weltweit gehen die Bienenpopulationen zurück, in Niedersachsen sind mehr als 60 Prozent aller Wildbienenarten im Bestand gefährdet.

„Bienen fehlt es an ihren Lebensgrundlagen: Sie finden in unserer ausgeräumten Landschaft mit intensiver Bewirtschaftung und Gift auf den Feldern immer weniger Blühpflanzen, die sie mit genügend passenden Pollen und Nektar versorgen. Wildbienen finden immer seltener geeignete Nist- und Überwinterungsplätze“, sagt Klaus Ahrens. „All diese Stressfaktoren schwächen das Immunsystem dieser empfindlichen Insekten.“ Und während die Wildbienen insbesondere bei der Bestäubung vieler Wildpflanzen den Honigbienen in nichts nachstehen, so ist die Leistung der Honigbiene besonders eindrucksvoll: Ahrens erinnert daran, dass eine Sammel-Biene in ihrem Leben rund 8.000 Kilometer zurücklege und pro Tag bis zu 30 Mal ausfliege, um Nektar und Pollen zu sammeln. Pro Sammelflug bestäubt sie rund 200 bis 300 Blüten. Um ein Glas Honig zu produzieren, fliegen 200 Bienen – zumindest rein rechnerisch – etwa anderthalb Mal um den Erdball. Wild- und Honigbienen und die vielen anderen Bestäuber erzeugen Jahr für Jahr einen ökonomischen Wert ihrer Bestäubungsleistung von geschätzt über 180 Milliarden Euro weltweit, in Deutschland sind es rund 2,5 Mrd. Euro. „Wir sollten sorgsamer mit ihnen umgehen und aufhören, ihren Lebensraum zu zerstören. Bienen gibt es schon viel länger auf der Erde als den Menschen und sie sind im Grunde genommen noch dieselben Wesen wie vor 100 Millionen Jahren. Wir müssen sie und all die anderen Insekten, die mit sehr ähnlichen Problemen kämpfen, dringend wirksam schützen“, sagt Ahrens. „In Niedersachsen sind die Hälfte von 11.000 Tier- und Pflanzenarten in Niedersachsen bedroht. Wir müssen jetzt handeln! Deshalb braucht es besseren Artenschutz und verbindliche gesetzliche Regelungen – so wie wir sie mit dem Volksbegehren vorlegen.“

„Uns rennt die Zeit davon“, sagt auch Silke Meier. Sie ist Vorsitzende des Landesverbandes der Imker in Weser-Ems und unterstützt das Volksbegehren. „Vor allem muss der Einsatz an Pflanzenschutzmitteln reduziert werden und es braucht mehr Blühpflanzen mit mehr unterschiedlichen Pollen und Nektar sowie mehr Nist-Möglichkeiten für Wildbienen und andere Bestäuber. Um das Artensterben aufzuhalten, braucht es hier viel mehr Tempo – deshalb ist das Volksbegehren Artenvielfalt dringend nötig!“

 

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Kopfweiden bei Dassel – es treibt…

 

Mitte Januar 2020 kontaktierte Uwe Winterstein auf Anraten der Unteren Naturschutzbehörde und stellvertretend für den Ortsrat Dassel und die Jagdgenossenschaft den NABU Dassel-Einbeck. In den vergangenen Jahren hatte sich in der Dasseler Feldmark ein Problem entwickelt, dem man nicht recht beizukommen wusste. Pflegefehler der Vergangenheit hatten hier zu einem unkontrollierbaren Wildwuchs in einem wasserführenden Graben geführt. Der NABU Dassel-Einbeck als außenstehende Partei konnte hier unabhängig von der Vorgeschichte mit Maßnahmenvorschlägen helfen, die folgerichtig nicht bei allen Gefallen fanden. Aus objektiver Sicht wurden 2 Ziele formuliert: Ungehinderter Wasserabluss, damit zukünftig bei Starkregenereignissen nicht die Wassermassen über den Weg in die Dasseler Keller fänden. Sowie Ersatz für den durch die Maßnahme zwangsweise entstehenden Schaden an der Natur. Bei der Besichtigung wurden unzählige Weidenruten im Graben vorgefunden, die mit der Zeit alle an Dickenwachstum gewonnen hätten, so dass sie den Wasserabfluss dauerhaft behindert hätten.

Zu der unausweichlichen Grabenräumung wurde so in der Planung eine Alternativpflanzung berücksichtig. Hier musste nicht nur an die nun fehlende Frühtracht für Bienen, sondern auch an einen neuen Lebensraum für die örtlichen Vögel, Fledermäuse und Kleinsäuger gedacht werden. Kopfweiden bieten alle diese Möglichkeiten ohne den Wasserabfluss zu beeinträchtigen. Sie bieten auch die Möglichkeit der fortlaufenden Grabenpflege in den kommenden Jahren.

Ende Februar fand mit Absprache der Unteren Naturschutzbehörde die Grabenräumung statt, die auch zu vereinzelten Protesten führte. So wurde doch scheinbar unerlaubt geschreddert. Die zu der Zeit herrschenden Stürme ließen leider auch die aufgehängten Schilder verschwinden, die die Maßnahmen erläutern sollten. Vor Ort musste Frau Zwolinksi vom NABU häufiger erklären, warum die noch erhaltenswürdigen Reste ehemaliger Kopfweiden „vorgeschreddert“ werden mussten. Die so vorbehandelten Exemplare wurden von ihr mit einer Akkusäge in mehreren Etappen auf die bodennahen Köpfe zurück geschnitten. Ihr Dank geht dabei an Dietmar Wolter, der ihr kurz vor Ende der Schnittzeit zur Hilfe kam und in erheblichem Maße die „vorfrisierten“ Weiden bearbeitete.

Anfang März – noch vor der Coronapandemie- kam dann die große Pflanzaktion, bei der 19 Kopfweidenstecklinge, die 4 Wochen vorher auf einem NABU-Pachtgrundstück geschnitten werden konnten, gesetzt und mit Pfählen gestützt wurden. Uwe Winterstein half hier mit seinem Traktor die Pfähle zu setzen, während Bärbel Spann, Klaus Pohl, Anja Ebenau, Wolfgang Warta, Herbert Tappe und Frank Zwolinski die Pflanzarbeiten vornahmen. Dafür möchten sich Ortsrat, Jagdgenossen und NABU gleichermaßen bedanken.

Inzwischen sieht man auch deutlich den Austrieb der jungen Weiden, die die Frühjahrstrockenheit gut überstanden haben.

Ein Blick in unsere Kulturlandschaft spricht eine deutliche Sprache: Junge Kopfweiden, wie die hier gesetzten, sind eine absolute Ausnahme. Viel zu häufig prägen überalterte, auseinanderbrechende Weiden das Landschaftsbild. Sie sind quasi dazu verurteilt Stück für Stück zu verschwinden. Jeder starke Sturm frisst an den brüchigen Weidenveteranen. Kulturlandschaft entstand durch Nutzung. Körbe flechten, Brennholz- und Laubheugewinnung sind indes längst Teil unserer Geschichte und nicht der Gegenwart. Nunmehr sucht diese Kulturlandschaft ihre Bewohner um sie zu erhalten. Denn die Pflanzung von neuen Kopfweiden, ist erst der erste Schritt. Die Bäume müssen fortan ab dem 2. Jahr versetzt gepflegt werden. Dazu braucht es Menschen, die sich für ihre Umwelt einsetzen. Der NABU Dassel-Einbeck ist nicht in der Lage in seinem Gebiet, dass von Verliehausen bis Bodenfelde, von Gierswalde bis Greene geht, alle Kopfweiden zu pflegen. Um so mehr ruft der Verein dazu auf sich persönlich zu engagieren! Naturschutz im Bequemlichkeitsmodus ist ein Widerspruch in sich. Nicht „man“ müsste mal was tun, sondern man selbst!

 

In diesem Sinne hofft der Verein, dass sich in den kommenden Jahren Freiwillige Helfer finden, die diese Lebensräume erhalten helfen. Am Schönsten seien dabei Gemeinschaftsprojekte mit Landwirten und Ortsräten, damit sich nicht Einzelne quasi als Don Quichotes der Gesellschaft an dem Gemütlichkeitsmodus anderer aufarbeiten müssten.

Sabine und Frank Zwolinski

 

 

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Fläche zur Schafbeweidung in Lüthorst zu vergeben

Für ein NABU-Grundstück suchen wir Schafhalter, die im Sommerhalbjahr mindestens einmal beweiden. Ein Pachtverhältnis ist anzustreben.

Warum nur Schafhalter… es handelt sich um eine Streuobstwiese. Da ich selber Ziegenhalterin bin, weiß ich, dass „ziegensicherer Baumschutz“ ein eher frommer Wunsch ist 😉 Ebenso sind die Flächen für Pferde- und Rinderhaltung nicht geeignet.

Die Fläche in Lüthorst ist round about 0,8 ha groß.

Bitte wenden Sie sich bei Interesse an unsere Geschäftsstelle: 05561/313837 (Anrufbeantworter) oder unter buero@nabudasseleinbeck.de

Sabine Zwolinski

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